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IMG 4039Einen richtig tollen Saisonhöhepunkt, gleich zu Beginn des neuen Jahres, gab es für fünf TTVWH – Schiedsrichter beim Liebherr Pokal – Final Four, am Samstag, den 6. Januar, in Neu-Ulm. Dabei hatten die Referees des Tischtennisverbandes Württemberg-Hohenzollern fast schon ein Heimspiel. Gehört doch der bayrische Landkreis Neu-Ulm (Regierungsbezirk Schwaben) noch zum Verbandsgebiet des TTVWH. 

Überhaupt nichts dagegen hatten die, sonst immer sehr reisefreudigen fünf TTVWH-Schiedsrichter Martin Reinauer (OSR), Werner Nüssle (Materialtest), Jutta Gronen, Lukas Eichhorn und Heiko Kaiser (Schiedsrichter), mit einer für dieses Mal auch richtig kurzen Anreise zu einem großen Tischtennis - Event.  Die weiteren Schiedsrichter waren Bastian Ehses (RTTV), Johannes Kühhorn (BTTV) und Matthias Tauschwitz (TTVSH).

Trotzdem mussten alle an diesem Samstag früh starten, da die Straßen und der Verkehr rund um Stuttgart und Aalen, über die Schwäbische Alb, sowie auf den Autobahnen A7 und A8 nach Neu-Ulm, mit sehr vielen Skisportlern sehr stark belastet waren. Zudem dürfen bei so einem hohen Verkehrsaufkommen Staus und Verkehrsbehinderungen praktisch ja nie ausgeschlossen werden. Pünktliches Erscheinen in der ratiopharm-Arena war für die Schiedsrichter daher oberste Pflicht. Jutta Gronen hätte gerne direkt nach der Ankunft erst einmal noch einem Kaffee getrunken, musste dies aber, da die gewissenhafte Vorbereitung auf das Pokal-Final-Four anstand, erst einmal auf später verschieben. Vorher galt es noch, die Rahmenbedingungen in der Halle, die Boxengröße, die Tische und Netze sowie viele andere Dinge zu überprüfen. Während die Zuschauer und Spieler nun schon dem Beginn des Pokalfinales entgegenfieberten, machten sich auch beim einen oder anderen Schiedsrichter schon im Vorfeld des Einsatzes hier und dort ein wenig Nervosität, Lampenfieber und feuchte Hände bemerkbar. Oberschiedsrichter Martin Reinauer und Schlägerkontrolleur Werner Nüssle hatten da schon bereits ihre Arbeit aufgenommen. Jutta Gronen (Vizepräsidentin Sportentwicklung/Öffentlichkeitsarbeit), Lukas Eichhorn (Beauftragter der Schiedsrichteraus- und Fortbildung im TTVWH) und Heiko Kaiser (Schiedsrichter-Ressortleiter Ostalb) durften zu diesem Zeitpunkt noch etwas entspannen und die Ruhe vor dem Sturm genießen. Dies gelang nicht jedem gleich gut. Lukas Eichhorn und Heiko Kaiser nahmen das alles mehr oder weniger gelassen und verspürten vor diesem Einsatz so gut wie keine Nervosität. Auch die mit 3.900 Zuschauern rappelvolle ratiopharm-Arena flößte ihnen da keine große Angst ein. Ganz anders bei Jutta Gronen, die das alles dann doch deutlicher wahrnimmt. Von großen Zuschauerzahlen ist sie noch immer sehr beeindruckt. Aufrichtig gibt sie zu, dass ihre Nervosität vor so einem Einsatz immer besonders hoch ist. „Wenn ich dann in der Box stehe“, erzählt sie, „und das Spiel läuft, legt sich das dann aber. Dann wird auch ihr Puls wieder deutlich ruhiger. Schließlich soll ja alles perfekt laufen und nicht durch Fehler oder falsche Entscheidungen der Schiedsrichter beeinflusst werden. So ganz ausschließen kann dies aber wirklich niemand. Auch kleine Fehler sind schnell einmal gemacht. Da heißt es dann wieder runter mit dem Puls, beruhigen und weitermachen. Diese große Faszination, alles so richtig hautnah in der Box zu erleben und dabei sein zu dürfen, wenn so großartige Spieler aufeinander treffen, tolle Ballwechsel gespielt werden und vor allem denkwürdige Spiele stattfinden, ist bei allen noch immer gänzlich ungebrochen. Hinzu kommt speziell beim Pokalfinale dann noch diese so echt phantastische Stimmung, die von den Fans erzeugt wird und manchmal auch zu richtiger Gänsehaut führt. Das, so finden sie, ist jedes Mal aufs Neue, ein wirklich absolut einmaliges Erlebnis. Dafür nimmt man wirklich vieles in Kauf.

Eine wichtige Neuerung, zumindest für die Mehrzahl der Zuschauer, gab es dann auch noch. Wie schon in der asiatischen T2APAC-Liga und seit Beginn dieser Bundesliga-Saison wurden nun auch die Schiedsrichter beim Pokalfinale mit 40 Tischtennisbällen ausgestattet, um diese, jeweils nach einem Ballwechsel, direkt danach einem der Spieler zuzuwerfen. Untergebracht sind diese unter den Zählgeräten. Ihr „oberster Chef“, DTTB Präsident Michael Geiger, selbst Schiedsrichter und Deutschlands erster Blue Badge Referee überhaupt, führte dazu aus. „Ziel ist es, die Begegnung zu beschleunigen und die Wartezeiten durch das wieder Herbeischaffen der Bälle ganz klar und eindeutig zu verkürzen, Zeit zu sparen und ein permanentes Spielen zu ermöglichen. Ballkinder sammeln jetzt in den Satz- und Timeout-Pausen die Bälle ein und bringen diese dann wieder zu den Schiedsrichtern. Dies erfordert natürlich eine kleine, aber durchaus machbare Umstellung für die Schiedsrichter.“ Er selbst hat sich dies gleich zu Saisonbeginn in Ochsenhausen angeschaut und war hellauf begeistert. Der Wartezeiten haben sich seiner Einschätzung nach dadurch deutlich verkürzt. Auch hat er die Hoffnung dass die Zuschauer das positiv aufnehmen und honorieren. Äußerst angetan war er dabei natürlich auch von den Leistungen aller Schiedsrichter.

Dies und die deutlichen Ergebnisse der Düsseldorfer haben dann wohl auch dazu beigetragen, dass die Ergebnisse schon um 16.40 Uhr fest standen. Somit war es den Schiedsrichtern möglich, schon mit Einbruch der Dämmerung die Heimreise anzutreten. Für die TTVWH-Referees allerdings kein leichtes Unterfangen, denn deutlich größer, als auf der Fahrt nach Neu-Ulm, war das Verkehrsaufkommen bei der Rückfahrt. Wenigstens auf der A8 Richtung Stuttgart galt es, sich durch gleich einige Staus zu kämpfen. Schließlich sind aber alle gut zu Hause gelandet.

Autor:Hans-Peter Wörtz

Bild: Reinhard Arras

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