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Weiterlesen ...Volker Ziegler – Interview mit dem Bundestrainer Tischtennis des Deutschen Behindertensportverbandes und Bundesligatrainer der SV Böblingen

Das Foto zeigt Volker Ziegler (hinten links) mit dem Tischtennis-Nationalteam des DBS (Deutscher Behindertensportverband) in Taichung (Taiwan) - Fotoquelle: H. Doesseler

(tho) Von wegen Sommerloch – so richtig Gelegenheit zum Durchschnaufen hat Volker Ziegler auch in diesen Tagen nicht. Gerade kam der Lehenweiler Tischtennistrainer mit der Nationalmannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes von einer anstrengenden Asienreise zurück. Auch diesmal wieder medaillenbehangen, die Athleten räumten bei Weltranglistenturnieren in Taiwan und Korea mächtig ab. Nach seiner Rückkehr nahm sich der Bundestrainer dennoch Zeit, um mit unserem Mitarbeiter Thomas Holzapfel auf seine mittlerweile viereinhalbjährige Amtszeit zurückzublicken und zudem den Blick auf die kommenden Herausforderungen zu werfen.

Redaktion: Ist nach einem solchen Trip nicht erst einmal Urlaub angesagt?

Volker Ziegler: Im Grunde ist es momentan illusorisch, an Urlaub zu denken. Kaum sind wir von den Turnieren zurückgekommen, geht es schon wieder darum, internationale Meldetermine für kommende Veranstaltungen einzuhalten, Nominierungen vorzunehmen und so weiter. Dennoch werde ich versuchen, in der kommenden Woche frei zu nehmen und ein paar Tage auszuspannen.

Redaktion: Seit mittlerweile viereinhalb Jahren stehen Sie als Tischtennis-Bundestrainer beim Deutschen Behindertensportverband in der Verantwortung.

Ziegler: Ja, meine Vorgänger waren in der Regel lediglich zwei Jahre lang im Amt. Diesbezüglich bin ich eigentlich schon längst überfällig (lacht). Aber derzeit passt es. Mein Vierjahres-Vertrag, der bis Ende 2018 datiert war, wurde mittlerweile entfristet. Beide Seiten, der Verband und auch ich, sind der Meinung, dass die Zusammenarbeit hervorragend läuft. Diese Aktion hat vor allem symbolischen Charakter, zeugt aber von einer gesunden Vertrauensbasis der Vertragspartner.

Redaktion: Das sieht gerade so aus, dass wir Sie in dieser Position noch lange sehen werden.

Ziegler: Ich war noch nie ein Job-Hopper. Schließlich war ich zuvor auch siebzehn Jahre Landestrainer in Baden-Württemberg. Allerdings hinterfrage ich mich jährlich, ob der aktuelle Aufgabenbereich das spannendste Projekt ist. Und die Rahmenbedingungen können sich auch mal ändern. Zuletzt waren jedoch überwiegend positive Veränderungen zu verzeichnen, vor allem struktureller Art.  

Redaktion: …die da wären? 

Ziegler: Der Behindertensport entwickelt sich sehr stark in Richtung Professionalisierung und absolutem Leistungssport, dem muss Rechnung getragen werden. Ohne eine gute Verbandsstruktur kann man langfristig keinen Erfolg haben. Diesbezüglich haben wir zuletzt einiges erreicht. Für den Nachwuchs wurde der C-Kader eingeführt mit dem Ziel, die Talente an den Erwachsenensport heranzuführen. In allen größeren Bundesländern haben wir hauptamtliche Landestrainer eingestellt, das ist ein Riesenfortschritt. Zudem wird auf unserer Geschäftsstelle in Frechen bei Köln professionelle und engagierte Arbeit geleistet. Last but not least hat sich die finanzielle Situation verbessert. Im Vergleich zum Jahr 2013 arbeiten wir inzwischen mit einem drei Mal so hohen Budget.

Redaktion: Wie kam das zu Stande?

Ziegler: Zum einen steht der Behindertensport mehr und mehr im Fokus, zum anderen wird das Geld auch nach Erfolgskriterien verteilt. Und hier konnten wir zuletzt einiges aufweisen. Mehr Budget bedeutet im Umkehrschluss aber auch mehr Lehrgänge, eine höhere Belastung für die Spieler und Betreuer, eine erhöhte Erwartungshaltung seitens der Öffentlichkeit und insgesamt einen immensen Mehraufwand. Ich bin aber der Meinung, dass wir mit einem engagierten Team die Voraussetzungen erfüllen, um dem Erfolgsdruck Stand zu halten.

Redaktion: Auf welche sportlichen Höhepunkte blicken Sie am liebsten zurück?

Ziegler: Natürlich waren die Welt- und Europameisterschaften sowie die Paralympics in Rio de Janeiro richtige Highlights. Doch wer mich kennt, weiß, dass derartige Massenveranstaltungen eigentlich nicht so mein Ding sind. Aus sportlicher Sicht begeisterte mich vor allem die diesjährige Team-WM in Bratislava, als wir mit einem Nachwuchsteam die Reise antraten und vor allem das Ziel verfolgten, Erfahrungen zu sammeln. Eine Medaille hatte ich als Ziel ausgegeben, über eine zweite hätte ich mich richtig gefreut. Am Ende gab es für unser Team gleich fünf Mal Edelmetall. Sozusagen „aus der Hosentasche heraus gespielt“, das war schon besonders.  

Redaktion: Welche Veranstaltung rückt als nächstes in den Fokus?

Ziegler: Ende September geht es zu den Europameisterschaften ins slowenische Lasko, wo wir mit insgesamt siebzehn Akteuren im Einzel- und Teamwettbewerb antreten werden. Dabei gehen Medaillenanwärter genauso ins Rennen wie ambitionierte junge Perspektivathleten. Schließlich müssen wir fortwährend am Generationswechsel arbeiten. Und langfristig geht der Blick nach Tokio, wo im Jahr 2020 die nächsten Paralympischen Spiele stattfinden werden. Aus diesem Grund absolvierten wir nun die Turniere in Taiwan und Korea. Wir trafen dabei auf asiatische Spitzenspieler und sammelten wertvolle Erfahrungen in Bezug auf die klimatischen, kulturellen, organisatorischen und ernährungstechnischen Rahmenbedingungen in Asien. Vermutlich wird dies im kommenden Jahr wiederholt.

Redaktion: Ist das manchmal nicht etwas zu viel Reiserei für den Bundestrainer?

Ziegler: Eindeutig ja. In den Metropolen dieser Welt aus dem Flugzeug zu purzeln, ist jetzt nicht gerade mein bevorzugter Reisestil. Da hat das beschaulichere Tempo in Lehenweiler viel mehr Lebensqualität. Auch aus diesem Grund bin ich froh, ein engagiertes Co-Trainerteam um mich herum zu haben, das auch mal einspringen kann, wenn es darum geht, unser deutsches Team bei einem internationalen Turnier zu betreuen. Schließlich müssen alle in der Lage sein, das Team auf Turnieren zu führen. Ich muss ja auch ersetzbar sein.

Redaktion: Mit Momcilo Bojic steht seit April in Baden-Württemberg ein renommierter Trainer zur Verfügung. 

Ziegler: Ja, ich bin froh, dass wir Mozza für uns gewinnen konnten. Er ist in unterschiedlichen Trainerfunktionen täglich für den Tischtennissport unterwegs, auch viel bei den „Wenigerbehinderten“, wie ich die sogenannten Nichtbehinderten gerne nenne. Seine langjährige Erfahrung hilft uns im Behindertensportverband enorm, hier können Synergien geschaffen werden.

Redaktion: Gibt es Talente aus dem hiesigen Bezirk, die in der Zukunft in den Vordergrund rücken können?

Ziegler: Natürlich gehen unsere Trainer mit offenen Augen durch die Sporthallen. Schließlich gibt es vielerorts Tischtennisspieler, die mit einem Handicap den Sport betreiben und durchaus die Möglichkeit hätten, sich unserem Team anzuschließen. Das muss ja nicht gleich die Nationalmannschaft sein. Aus dem Bezirk fallen mir spontan Alexandros Kalpakidis und Celine Pistora ein. Die junge Böblingerin hat zuletzt große Fortschritte gemacht, sie ist mir schon ein paar Mal positiv aufgefallen.

Redaktion: Abseits der Hauptfunktion als Bundestrainer: Wieviel Zeit bleibt da noch für die Ausübung des Traineramts bei den Böblinger Bundesligafrauen? Wie oft sitzen Sie in der kommenden Spielzeit an der Spielfeldumrandung?

Ziegler: Immer und sehr gerne, wenn ich Zeit habe. Realistisch ist dies, wie in der vergangenen Spielzeit auch, aber nur bei ungefähr einem Drittel der Spiele. Mit Andrzej Kaim habe ich einen sehr engagierten Kollegen in Böblingen, der bereits seit über einem Jahr die Hauptverantwortung übernommen hat. Darüber bin ich sehr glücklich, denn ich bin bei den SVB-Damen leider zeitlich bedingt ein langsam ausschleichendes Modell.

Redaktion: Welche Rolle trauen Sie dem SVB-Quartett in der kommenden Saison zu?

Ziegler: Wir spielen traditionell mit einer Mannschaft, in der junge Spielerinnen sich um die junggebliebene Hongi Gotsch scharen und von ihrer Erfahrung profitieren. Auch traditionell ist, dass diese Spielerinnen charakterlich alle tolle Sportsfrauen und Menschen sind, mit denen es unheimlich Spaß macht, zu arbeiten. Dies ist auch der Grund dafür, dass wir wie in der vergangenen Saison mit Platz vier am Ende Mannschaften mit deutlich höherem Etat hinter uns ließen. So ähnlich wollen wir das wieder versuchen, ohne uns auf Platzierungen festzulegen.

Redaktion: Recht herzlichen Dank für das Gespräch! 

Weiterlesen ...Bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften für Spieler mit einer körperlichen Einschränkung waren insgesamt 43 Athleten am 09.07. in Offenburg am Start. Darunter auch die Rio-Teilnehmer von 2016, Thomas Brüchle (SV Salamander Kornwestheim) und Juliane Wolf (BSG Offenburg).

Foto: Brüchle/Blazquez - das ungeschlagene Mixed-Doppel (SV Salamander Kornwestheim) bei den Rollis

Unter der Turnierleitung von Holger Kimmig sorgte die BSG Offenburg in Zusammenarbeit mit der DJK Offenburg für gute Rahmenbedingungen.

 

Weiterlesen ...Tischtennis: Baden-Württembergische Meisterschaften in Offenburg

Am kommenden Sonntag spielen in Offenburg die besten Tischtennis-Spieler Baden-Württembergs mit einer körperlichen Behinderung um den Titel als Landesmeister. Ausrichtender Verein ist die BSG Offenburg in Zusammenarbeit mit der DJK Offenburg. Mit am Start sind auch einige international erfolgreiche Spieler mit Handicap in verschiedenen Wettkampfklassen (WK).

Paralympics-Flair in der DJK Sporthalle am Sägeteich

Gleich drei Paralympicsteilnehmer werden in Offenburg am Start sein. Mit Thorsten Schwinn (BSV Walldorf), Halbfinalist im Team in London 2012, Juliane Wolf (BSG Offenburg(Foto), Halbfinalteilnehmerin in Rio 2016 und Thomas Brüchle (SV Salamander Kornwestheim), Silbermedaillengewinner Team in Rio 2016, werden gleich drei Weltklasse-Spieler am Sonntag ab 10 Uhr aufschlagen. Während Thomas Brüchle bei den Rollstuhlfahrern kaum zu bezwingen sein wird, geht Thorsten Schwinn bei den „Stehenden“ in der WK 6-7 als klarer Favorit ins Rennen.

Harald Laue, WBRS

Weiterlesen ...Am vergangenen Wochenende fand die die offizielle Einweihung des neuen  Werkstattgebäudes für behinderte Menschen in Frickenhausen der Behinderten-Förderung-Linsenhofen e.V. (BFL) statt. Drei junge Nachwuchstalente  des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband für die Veranstaltung gewonnen werden.

Sandra Frosch und Tim Laue  vom SV Hoffeld und Alexandros Kalpakidis vom TSV Calw, ergänzt durch die TTC Spielerinnen Anika Müller und Lea Lachenmayer präsentierten den Besuchern ihr Können am Tisch.

Ausführlicher Bericht auf der Homepage des WBRS

 

Weiterlesen ...Erste Handicap-Open ein voller Erfolg

Am vergangenen Sonntag fanden im Deutschen Tischtennis-Zentrum die ersten Handicap Open statt. Unter den Augen von Bundestrainer Volker Ziegler und einigen Kadermitgliedern der deutschen Para-Tischtennis Nationalmannschaft spielten 48 Spieler und Spielerinnen im ARAG CenterCourt um den Sieg und attraktive Sachpreise.

Die Starter und Starterinnen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, 27 Athleten spielten zum ersten Mal im Sport für Menschen mit Behinderung. 17 Teilnehmer sind sogar noch unter 25 Jahre alt, gehören also im Behindertensport noch zum Nachwuchs. Der Plan des DBS, Menschen mit Behinderung aus dem Regelsport anzusprechen, ist somit voll aufgegangen.

Gespielt wurde in drei unterschiedlichen Turnierklassen: Unter 23 Jahre stehend, über 23 Jahre stehend und Rollstuhlfahrer. In der Wettkampfklasse U23 setzte sich Tom-Luca Terkuhlen im Finale mit 3:1 gegen Marius Kremer durch, bei den über 23-Jährigen holte Mika Winnen Gold vor Jürgen Simon und bei den Rollstuhlfahrern sicherte sich Andreas Bernhard den Sieg vor Tim Bunte und Mohamad Glous in einer Fünfergruppe.

Neben dem sportlichen Wettkampf boten die Handicap Open auch Raum für Gespräche. Viele C-und D-Kader-Athleten standen den Teilnehmern zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und Erfahrungen auszutauschen. Ein Highlight war außerdem ein Showkampf zwischen dem mehrfachen Paralympics-Sieger Jochen Wollmert und dem frischgebackenen Bronze-Medaillengewinner bei den Teamweltmeisterschaften, Yannik Rüddenklau.

Bundestrainer Ziegler war vollkommen zufrieden mit der Veranstaltung: „Ein wirklich gelungenes Turnier! Die Vermutung, dass im Regelsport Talente mit Behinderung schlummern, hat sich bewahrheitet. Das werden bestimmt nicht die letzten Handicap Open gewesen sein.“

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Die Platzierten der Handicap Open:

U23

1. Platz: Tom-Luca Terkuhlen

2. Platz: Marius Kremer

3. Platz: Josha Quapil

1. Platz Trostrunde: Christian Hintze

2. Platz Trostrunde: Dennis Meurer

3. Platz Trostrunde: Tobias Krinke

Ü23

1. Platz: Mika Winnen

2. Platz: Jürgen Simon

3. Platz: Michael Müller

1. Platz Trostrunde: Michael Schönerstedt

2. Platz Trostrunde: Peter Krembüchler

3. Platz Trostrunde: Rüdiger Skott

Rollstuhlfahrer

1. Platz: Andreas Bernhardt

2. Platz: Tim Bunte

3. Platz: Mohamad Glous

Bericht: Sonja Scholten, Deutscher Behindertensport-Verband (DBS)

Fotos: Hannes Doesseler

Weiterlesen ...Am 24.06. trafen sich in Aalen Deutschlands beste Rollstuhltischtennis-Spieler aus den verschiedensten Wettkampfklassen (WK) und gingen den Leistungsklassen (LK) 1-3 an den Start. Das Team Baden-Württemberg  - unter Begleitung von Landestrainer Momcilo Bojic - war gleich mit sieben Akteuren vor Ort. Den Sprung unter die Top 3 schaffte der Kornwestheimer Thomas Brüchle in der LK 1. Die weiteren Ergebnisse im Bericht auf der WBRS-Homepage.

Text und Foto: WBRS

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Bei den Bayreuth Open vom 14.-17.06. waren vier Spieler aus Baden-Württemberg am Start. Während Thomas Brüchle vom SV Salamander Kornwestheim seiner Favoritenrolle im Team gerecht wurde, schaffte C-Kader-Spieler Tim Laue (SV Hoffeld) mit seinem Einzug ins Viertelfinale die positive Überraschung aus Ba-Wü Sicht.

Der WBRS stellt 4 Teilnehmer bei den diesjährigen Bayreuth Open im Para Tischtennis. Einen Bericht zur Veranstaltung finden Sie hier oder auch auf den Seiten des DBS.

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