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Mädchen wollen Gemeinschaft statt Wettbewerb

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16 Jugendmannschaften spielen in Merklingen auf – zur Förderung des Mädchentischtennis

Merklingen - Ein großer Anteil des Ulmer Mädchentischtennis hat sich am Samstag (22.10.2016) in der Merklinger Mehrzweckhalle getroffen. Insgesamt stiegen 16 Punktspiele in allen möglichen Jugendklassen. Mit solchen Aktionen will der Bezirk Ulm die Gemeinschaft unter den Spielerinnen fordern. Denn Mädchen im Tischtennissport zu halten, stellt Vereine oft vor größere Probleme, als neue Jugendspieler erst einmal zu gewinnen.

Daher setzen der Tischtennisverband und im Besonderen der Bezirk Ulm im Mädchensport auf Gemeinschaft. „Der soziale Aspekt im Sport ist für viele Mädchen sogar wichtiger als Ehrgeiz und Erfolg“, betont Paula Truöl, Mädchensportbeauftragte im Ulmer Tischtennisbezirk und Organisatorin des Mädchenspieltages.

Denn anders als bei Jungen seien die sportlichen Ziele bei Mädchen oftmals anders ausgeprägt, weiß Hans-Peter Wörtz, Abteilungsleiter Tischtennis des TV Merklingen: „Häufig hört man: Mädchen spielen miteinander, Jungen gegeneinander.“ Sprich: Dass Vereine und Verband bei der Förderung des Mädchentischtennis auf Freundschaft und Kontakte der Jugendlichen setzen, ist kein Zufall. „Während Jungen im Training gerne Wettkämpfe und Spiele gegeneinander machen, wollen Mädchen tendenziell lieber Doppel spielen“, berichtet Wörtz.

2016 10 22 Ulmer Maedchenspieltag 1komprimiert Den Mädchenspieltag richtete der TVM auch schon im vergangenen Jahr aus. „Er ist in einem relativ überschaubaren Organisationsrahmen gehalten. Daher haben wir uns auch in diesem Jahr bereiterklärt“, erzählt der Abteilungsleiter.

Das Ziel des Mädchenspieltages, die Gemeinschaft unter den Spielerinnen zu fördern, sei bei den Merklinger Teams jedenfalls aufgegangen. „Viele unserer Spielerinnen treffen hier Mitschülerinnen aus anderen Mannschaften. Die Mädchen sind erfreut, sich einmal gemeinsam in der Halle zu begegnen“, so Hans-Peter Wörtz. Beispielsweise stieg in der U12-Bezirksklasse ein kleines Alb-Derby zwischen dem TV Merklingen und einer Laichinger Mannschaft, das der TSV mit 6:4 Punkten für sich entscheiden konnte.

Anders als im vergangenen Jahr konnte der TV Merklingen beim Mädchenspieltag neben einer U18-Mädchenmannschaft immerhin zusätzlich eine U12-Truppe aufbieten. „Momentan haben wir im Schnitt sechs bis sieben Mädchen, die regelmäßig am Training teilnehmen“, sagt TVM-Jugendleiter Andreas Haßler. Allgemein besteht beim TVM eine große Herausforderung, die Jugendspieler in den aktiven Mannschaften zu integrieren. Um Jugendliche auf den Tischtennissport aufmerksam zu machen, kooperiert der TVM seit über 20 Jahren mit der örtlichen Grundschule. „Motivationsprobleme kommen dann aber besonders während der Pubertät auf“, berichtet Andreas Haßler.  Der Jugendleiter erhofft sich bei seinen Spielerinnen durch den Spieltag auch einen kleinen Motivationsschub, besser zu werden. Denn am Nachmittag spielten vier Landesligamannschaften in der Mehrzweckhalle auf. Zudem standen sich in der Verbandsklasse der TSV Herrlingen und der TSV Langenau Ergebnis: 4:6) zum Bezirksderby gegenüber.

Freiwillig verzichteten teilnehmende Mannschaften beim Mädchenspieltag sogar auf ihr Heimrecht. Der SV Thalfingen beispielsweise hätte seine Bezirksklassepartie gegen den TSV Illertissen in ei2016 10 22 Ulmer Maedchenspieltag 6gener Halle spielen dürfen. Der Verein aber erklärte sich dazu bereit, auf das Heimrecht zu verzichten. „Wir hatten noch ein weiteres Spiel, in dem wir kein offizielles Heimrecht hatten. Somit gleicht sich das aus“, erklärt Betreuer Thomas Oed. Für den Mädchenspieltag nahmen die Thalfinger den Weg nach Merklingen ohne Murren auf sich. Allerdings zweifelt Oed daran, ob der Spieltag zu höherer Tischtennisbegeisterung seiner Spielerinnen beiträgt. „Während zweier Punktspiele fehlt etwas die Zeit, um sich mit anderen zu unterhalten oder sich etwas abzuschauen.“

Etwas Verhandlungsgeschick mit den Vereinen musste die Mädchensportbeauftragte Paula Truöl durchaus beweisen, um den Spieltag auf die Beine zu stellen. „Allerdings war die Kooperation der Vereine war schon viel besser im vergangenen Jahr.“ Was den Mädchensport im Ulmer Tischtennisbezirk betrifft, sieht Paula Truöl bereits erste Fortschritte: So seien die Spielerzahlen in den Mädchenliegen leicht angestiegen. Auch machen die Teilnehmerzahlen bei den Ulmer Bezirksmeisterschaften eine Woche zuvor in Blaustein Mut: Dort nahmen von 194 Teilnehmern insgesamt 68 Mädchen teil – eine Quote, die lange nicht mehr erreicht wurde.  Zusätzlich zum Mädchenspieltag veranstaltet der Ulmer Tischtennisverband auch einen gemeinsamen Trainingstag. Und dort spielen die Mädchen dann nicht nur gegen-, sondern vor allem miteinander.

Bericht: Christian Scharbert

Fotos: Mike Steeb

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