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VA1 5694 komprimiertTrotz aller Unkenrufe und Befürchtungen zur Trotz, die Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sport, werde in Zukunft immer schwieriger. Die bereits 13. Auflage des Vereins – Service – Tages, der Tischtennis-Verbände Württemberg – Hohenzollern, Baden und Südbaden, am Samstag, den 01. Juli, im SpOrt Stuttgart, scheint dies doch in Teilen deutlich zu widerlegen.

 

Mit insgesamt 204 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aus ganz Baden - Württemberg, Bayern, Hessen, Westdeutschland und sogar aus Brandenburg, kratzte Süddeutschlands größte Tischtennis Fortbildungsveranstaltun, dabei ganz knapp an ihrem Teilnehmerrekord vom vergangenen Jahr. Rechnet man die 20 Referenten und sehr zahlreichen Helferinnen und Helfer mit ein, so waren knapp 240 Personen ( 24 % Frauen und 76 % Männer) rund um den Vereins – Service – Tag im Einsatz. Die erfahrenen Referenten und Trainer informierten und unterrichteten dabei, in drei Unterrichtseinheiten, die überaus wissbegierigen und vor Tatendrang nur so sprühenden Trainer, Spieler und Vereinsfunktionäre über aktuelle Entwicklungen, Trends und neue Erkenntnisse. Vor allem aber vermittelten sie richtig viele, für den Sportalltag verwendbare Informationen, in insgesamt 43 Seminaren, den Ehrenamtlichen und Sportlern aller Altersklassen, von 10 Jahren (Alea Bühler) bis 77 Jahren(Werner Strang), damit diese dann selbst dieses Wissen in ihren Vereinen an den Nachwuchs weitergeben und eigene Ideen weiterentwickeln können.

Eine Anmeldung zum Vereins – Service Tag war bereits schon ab Ende Januar möglich. Viele Seminare waren kurze Zeit später dann auch fast schon komplett ausgebucht. Der größte Andrang herrschte aber zweifellos bei den Kursen von Rainer Schmidt (Rückschlag intensiv), Frank Fürste (Aufschlag) sowie bei Markus Teichert (Doppel). Aber auch alle anderen Seminare waren starkgefragt. Anmeldungen gab es nach Auskunft von Organisationsleiter Markus Senft (TTVWH – Geschäftsstelle) aber auch noch bis kurz vor Meldeschluss.

Alle Teilnehmer wurden von 8.30 bis 9.45 Uhr im Eingangsbereich des SpOrt von Jacqueline Pirk und vielen freiwilligen Helfern in Empfang genommen und eingewiesen. Dabei wurden ihnen auch alle wichtigen Unterlagen samt Essen- und Getränkemarken, sowie einem Namensschild, in einer großen Tasche des TTBW Sponsors Butterfly ausgehändigt.

Pünktlich zur Begrüßung aller Teilnehmer durch TTVWH und TTBW Präsident Reiner Franke, legte sich dann auch der erhöhte Puls von Frank Fürste und Markus Senft, den Hauptorganisatoren des Vereins – Servicetages, die beide zusammen fast ein komplettes Jahr sehr ausgiebig an dem bunten und überaus abwechslungsreichen Programm gefeilt, gestrickt und die Themen den vielfältigen Wünschen der Seminarteilnehmer angepasst haben.

Schlag 9.45 Uhr und damit auf die Sekunde pünktlich, begrüßte TTVWH Präsident Rainer Franke im Atrium alle anwesenden Teilnehmer und Referenten mit einer kurzen aber sehr persönlichen Ansprache.

Dabei bedankte er sich vor allem beim Sponsor Butterfly für die so großzügig zur Verfügung gestellten Materialien und Tische, ohne die eine solche Durchführung nie zu bewerkstelligen gewesen wäre. Auch verwies er darauf, dass der Vereins – Servicetag für die tolle Zusammenarbeit der 3 Verbände (Baden, Südbaden und TTVWH) schon jetzt im TTBW, sowie sehr Symbolträchtig für die hoffentlich, in 2 Jahren angestrebte und mit vielen Hoffnungen verbundene Vereinigung, zu einem gemeinsamen und starken Verband steht.

Anschließend begrüßte Frank Fürste ebenfalls noch einmal alle Teilnehmer und erläutete in aller Kürze das Programm und den Ablauf des Tages. Auch erklärte er noch einmal allen ausführlich wo die Getränkemarken eingelöst werden können, den Weg zum Mittagessen und den „ausgelagerten Teilnehmern“ den Weg zum Turnforum. Als er dann das Signal zum Start gab, strömten alle Seminarteilnehmer den ihnen zugewiesenen Räumen und der Hoffnung auf viele neue Ideen zur Verbesserung ihrer Vereinsarbeit entgegen.

Überaus aufmerksame Zuhörer fand Markus Reiter, der weithin anerkannte Fachmann und Experte für Nachwuchsarbeit, der bei seiner schon sechsten Teilnahme, in den Seminaren „Training mit und für Mädchen“, „Grips und Tricks fürs Vereinstraining“ sowie „vom Schulhof ins Vereinstraining“, seine Seminarteilnehmer richtiggehend zu fesseln verstand. Begierig lauschten alle seinen Ausführungen, wo der Hebel für optimale Nachwuchsgewinnung anzusetzen ist und wie wieder flächendeckend ein Spielbetrieb auf unterster Ebene hinzubekommen ist. In den Seminaren „Rückschlag Intensiv“ bei Rainer Schmidt, dem Trainer des Zweitbundesligisten TTC Weinheim und „Doppel“ bei  Markus Teichert, dem ehemaligen Tischtennis-Profi und A-Lizenz Inhaber dagegen standen die Spieler selbst im Fokus. Wie spiele in den Rückschlag optimal? Vom aggressiven Schupf und dem Vorhand-Flip bis zur Rückhand-Banane, der Rückschlag ist einer der wichtigsten Schläge im TT Sport. An Hand von Videoaufnahmen und Übungen wurden bei Rainer Schmidt vielfältige Lösungen erarbeitet. Markus Teichert, hier schon zum fünften Mal dabei, erläutete seinen Teilnehmern in mit vielen Beispielen und Übungen wie das Doppel optimal zusammen spielt und auch welche taktischen Besonderheiten zu beachten sind. Spielerinnen wie Myrna Frosch vom VFL Sindelfingen und Sigrid Bühler vom VfB Ulm machten da mit größtem Interesse und sehr viel Freude mit. 

Wie „Mentales Training in kritischen Wettkampfsituationen“ trainiert und schließlich eingeübt wird, stellte Prof. Dr. Diethelm Wahl anhand von verschiedenen Trainingseinheiten, vielen Beispielen und Wettkampfsituationen vor. Aufmerksam zugehört wurde auch  A - Trainer Sandor Spieß, der sich im Praxisseminar dem Thema  „Taktik und Spielanalyse“ widmete und genau erläuterte wie durch geeignete Aufschläge/Rückschläge nicht nur der Angriff vorbereitet sondern auch das gesamte Spiel effizienter wird und wie die Stärken und Schwächen der Gegner ermittelt werden. Intensive Trainingsarbeit in Seminaren „Training für die ganz kleinen – Anfängermethodik“ und „Spezialtechniken“ schließlich, vermittelte Andreas Dörner Ansätze und Lösungsmöglichkeiten, wie gestaltet man das Training für 6 – 8 jährige und wie bringt man dem Nachwuchs diese speziellen Techniken (Seitdralltopspins, Schnittabwehr usw.) am sinnvollsten methodisch bei.

Der gewiefte Trainerfuchs und längjährige Bundestrainer Klaus Schmittinger, gab im Seminar „Aktiv – Passiv – Spiel im Tischtennis“, den Teilnehmern Einblicke in aktuelle Tendenzen und wie mit einem modernen Übungsdesign, dies am allerbesten praxisorientiert am Tisch umgesetzt wird. Wie eine „spielwütige Rasselbande“ an Wettkampforientiertes Training herangeführt wird, brachten Evelyn Simon und Daniel Behringer mit dem Nachwuchskader des TTBW im Lehrgang „Modernes Nachwuchstraining – Technik und Taktik heute“, den voller Spannung zusehenden Teilnehmern nahe. Dabei gab es viele Fragen und sehr hilfreiche Erklärungen. Ganz toll, voller Überzeugung und mit richtig viel Engagement, wie Kathrin Honold vom TSV Herrlingen später sagte, hielt Doris Simon ihre Seminare „TT für Kinder mit Bewegungsmangel - Fitness TT für Kinder“ und „Kommunikation“. Dabei standen Konzepte und Grundlagen für Aufwärmen, Ballgewöhnung, Bewegungsspiele, Gesundheit und Wohlbefinden im Vordergrund während im Workshop Kommunikation lösungsorientierte Techniken zur Gesprächsführung aufgezeigt wurden. Landestrainer Liu Liping vermittelte den Teilnehmern im Lehrgang, „Beinarbeit im Tischtennis“, wichtige Tipps und Anregungen. Auch fand er ein recht ausgewogenes Verhältnis von Bewegung und Theorie. Aufbauend vom Ausfallschritt über Sidesteps bis zum Tapping zeigte er allen wie man diese Techniken lehrt und anwendet. Um lange Noppen und andere Spielzerstörende Beläge und Spielsysteme sowie technische und taktische Aspekte ging es bei Jutta Ernst im Seminar „Material und Taktik – Spielen gegen Abwehr“. Dabei wurden aber auch viele Grundschläge und taktische Übungen mit eingeflochten.

Mit dem Lehrgang „Alternative Spiel- und Wettkampfformen“ animierte B – Trainer Marco Bebion die Teilnehmer vermehrt Abwechslung ins Trainingsprogramm zu bringen und die Jugendlichen im Vereinstraining vor neue Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Damit soll auch die Motivation für beide Seiten gesteigert werden. Sabahudin Rondic vom TV Merklingen etwa, war davon sehr angetan und befand hinterher, „damit lässt sich das Jugendtraining deutlich aufwerten und viel interessanter gestalten“. Martin Maletta, Experte der systematischen Sportentwicklung in China, gab im Seminar, „Einblick in die Geheimnisse des Chinesischen Tischtenniserfolges“, den Kursteilnehmern Auskunft warum China eine solche Vormachtstellung besitzt. Zudem zeigte er auch die Unterschiede zu Europa auf. Sebastian Wolf hingegen führte Kurs „Psychologisches Coaching“, aus wie im Zielerreichungstraining verschiedene Trainingsformen erfolgreich eingesetzt werden und bespricht auch psychologische Faktoren, die für ein erfolgreiches Coaching relevant sind.

Um genaue „Regelkunde“ ging es im Lehrgang von Melanie Timke und Lukas Eichhorn, die einen Einblick in die aktuellen Tischtennis – Regeln gaben. Auch Fragen, was alles rund und den Mannschaftswettkampf zu beachten ist und wie die aktuellen Coachingregeln aussehen wurde, von den beiden Beauftragten der Schiedsrichter Aus- und Fortbildung, sehr intensiv besprochen. Recht sportlich ging es bei Frank Fürste im Seminar „Aufschlag intensiv“ zur Sache. Vor allem wurde an vielen Beispielen gezeigt, geübt und auch im Video analysiert, wie ein guter Aufschlag trainiert und verbessert werden kann. Dabei wurden auch auf die verschiedenen Aufschläge von Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Kenta Matsudaira genau studiert und in der Praxis ausprobiert. Heinz-Dieter Söll und Thorsten Schmauder vom TSV Laichingen waren hier voll des Lobes. Da konnten wir unglaublich viel mitnehmen und auch einige Ideen sammeln wie dies attraktiv ins Jugendtraining eingebaut werden kann. Melanie Heilemann führte im Lehrgang „Athletiktraining“ aus, dass auch ein Tischtennisspieler in einem guten Zustand sein muss um Verletzungen vorzubeugen und Asymmetrien entgegen zu wirken. Vorgestellt wurden auch Übungen und Methoden die speziell im Tischtennistraining eingesetzt werden können. Im Seminar „Technik und Fehlerkorrektur mit Videoanalyse“ erklärte Michael Hagmüller den Teilnehmern wie sie ihre Technik und die Beinarbeit mit selbst aufgenommenen Videos am besten verbessern können. 

In der Mittagspause machten sich dann alle Referenten, Teilnehmer, Helfer und Organisatoren des Vereins – Servicetags sowie die TTBW – Führung auf den Weg ins wenige Minuten entfernte Sportrestaurant, des Polizeisportvereins, zum Essenfassen. Gleich 4 verschiedene Speisen, die aber schon bei der Anmeldung bestellt werden mussten, gab es zur Auswahl. Gyros mit Pommes, Griechischer Bauernsalat, Nudeln mit Tomatensoße und Maultaschen mit Kartoffelsalat genossen die recht hungrigen Lehrgangteilnehmer. Einige versuchten danach noch ein wenig Sonne, die spärlich durch die Wolken schien einzufangen, ehe alle sich wieder zum zweiten Teil und dritten Teil des Lehrganges auf den Weg zurück zum SpOrt machten.

Am Ende dieses langen und dann doch etwas anstrengenden Tages mussten dann noch, die extra für dieses Event, vom Sponsor gestellten Tischtennistische, abgebaut werden. Dies machten die Teilnehmer jedoch sehr gerne. War es doch ein besonders herzliches Dankeschön, für die vielen Ehrenamtlichen Helfer und die beiden Organisatoren, die dadurch auch wertvolle Zeit sparen konnten. Schließlich wurde schon am Freitag einiges Aufgebaut. Am Samstag gab es den Startschuss für die freiwilligen Helfer schon um 6.30 Uhr. Alle waren alle voll des Dankes und Lobes für Frank Fürste, Markus Senft und das gesamte ehrenamtliche Helferteam, das zusammen einen wirklich reibungslosen Ablauf und eine richtig gute Organisation gewährleistet hat. „Den Helfern“, so Markus Senft, „gebührt der größte Dank, denn ohne diese Unterstützung wäre das alles hier in dieser Form überhaupt nicht möglich“. Während dann die Teilnehmer, nach dem duschen, so nach und nach abreisten, waren die Helfer noch bis fast 21 Uhr mit dem Abbau beschäftigt. Markus Senft sogar noch am Sonntag. Aber und das sagte er mit voller Überzeugung. „Solange man sieht wie viel Spaß und Freunde es allen Teilnehmern macht, ist das kein Problem sondern sogar eine großes Vergnügen für mich, hier diese extra Arbeit zu leisten“.

Das aber war den Teilnehmern an diesem Vereins – Service – Tag schon vorher klar. Schließlich ist es in allen Vereinen gleich. Überall wird händeringend nach freiwilligen gesucht, die ein Training, ein Ehrenamt oder sonst eine Aufgabe übernehmen und mitarbeiten. Wenn wir alle intensiv daran arbeiten und immer wieder nachhaken, finden wir auch Helfer. Vor allem muss der Nachwuchs, unsere Jugend viel mehr mit eingebunden und schon frühzeitig darauf vorbereitet werden. Dann fällt vielen der Übergang auch deutlich leichter. Eine riesengroße Aufgabe bleibt es aber nach wie vor, viele Teilnehmer am Vereins – Service – Tag hin oder her. Ehrenamtliche und freiwillige Helfer sind und werden auch in Zukunft eher Mangelware bleiben. Vorbilder sind überall gesucht und herzlich willkommen!

Allen tatenhungrigen und nun neugierigen, die schon Appetit auf eine Fortsetzung des Vereins – Service - Tages haben, oder auch zum ersten Mal dort vorbei schauen möchten, sollten sich Samstag, den 23. Juni 2018 tiefrot im Kalender anstreichen. Frank Fürste und Markus Senft, werden schon ab August wieder bis zu den Knien in der Vorbereitung dazu stecken und sicherlich viel Neues mit anbieten wollen. Die Ziele sind hoch gesteckt. Schließlich erwarten wir alle wenigstens wieder so viele interessante, spannende und aktuelle Themen wie dieses Mal. Der Vereins – Service – Tag 2018 soll ja mindestens genauso kunterbunt, unterhaltsam, lustig und lehrreich werden wie der letzte.

 

Text: Hans-Peter Wörtz

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