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Antonia Walkenhorst SSV Schönmünzach Ute Walkenhorst Turnierleitung 01Tischtennis total in Weinstadt: 24 württembergische Meister gekürt

Ein Mammutturnier wie die württembergischen Jahrgangs-Einzelmeisterschaften reibungslos über die Bühne zu bringen, ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Immerhin gilt es, an zwei Turniertagen 24 württembergische Meistertitel bei 384 Teilnehmern (!) in den unterschiedlichen Altersklassen in Einzel und Doppel zu vergeben. Am Ende der beiden Turniertage von Weinstadt stimmte das Fazit: Auch die 6. Auflage dieses größten Jugendturniers auf Verbandsebene wird den Veranstaltern, Organisatoren und nicht zuletzt dem teilnehmenden Nachwuchs in guter Erinnerung bleiben. Foto: Turnierleiterin Ute Walkenhorst, glücklich vereint mit Tochter Antonia, die überraschend den U18-Wettbewerb gewann. Nächste Seite: der vollständige Bericht von Thomas Holzapfel und die Ergebnisse ...

Schon bei der Anreise rieb sich der eine oder andere verwundert die Augen, als er die Adresse der Sporthalle in sein Navigationssystem eingab. „Im Obenhinaus“ heißt die Straße, die es anzupeilen galt. Scheinbar war der Name Programm, schließlich setzten zahlreiche Tischtennistalente aus dem Verbandsgebiet zu zuweilen ungeahnten Höhenflügen an. So waren es gleich sieben Nachwuchsspieler, die sowohl die Einzel- als auch die Doppelkonkurrenz in ihrer jeweiligen Klasse für sich entschieden.

Bis an den Tischen geschmettert werden konnte, war viel Vorarbeit notwendig. Die Turnierleitung um Ute Walkenhorst und Jan Armbruster hatte an den Tagen zuvor einiges zu tun, um das große Teilnehmerfeld unter Kontrolle zu behalten. „Es dürften um die fünfzig Absagen und Ersatzmeldungen gewesen sein, mit denen wir konfrontiert wurden, das hat schon viel Nerven gekostet“, sagte Ute Walkenhorst. Das Turnier selbst wurde von dem eingespielten Duo aus dem Bezirk Schwarzwald in gewohnt souveräner Manier durchgeführt. Selbst ein Ausfall des Netzwerkrouters ließ bei Jan Armbruster keine Panik aufkommen. „Das Teil ist am Samstag kaputt gegangen. In einem Elektromarkt mussten wir uns schnell einen neuen Router besorgen.“ Der Turnierfluss wurde dadurch nicht gebremst, auch wenn zwischenzeitlich nur ein PC zur Verfügung stand und die Informationsbildschirme außerhalb der Halle temporär außer Betrieb waren.  

Rebecca Merz TGV Eintracht Abstatt 01Vor gut besuchten Rängen wurden am Wochenende etwa neunhundert Spiele ausgetragen. Bei den Jüngsten in der Altersklasse U 11, die am Sonntag ihren Wettbewerb durchführten, waren es Rebecca Merz (TGV Eintracht Abstatt/Foto) und Paul Schmitz (Foto/FC Mittelstadt), die ganz oben auf dem Podest landeten. Rebecca Merz gab im Einzelturnier nur einen Satz ab, im Finale gegen Fanny Günther (TSV Sielmingen) gewann sie mit 3:1. Auch im Doppel an der Seite ihrer Bezirkskameradin Minh-Thao Nguyen war sie erfolgreich. Paul Schmitz FC Mittelstadt 01Paul Schmitz musste im Halbfinale gegen den Herrenberger Florian Lukas über die volle Fünfsatzdistanz gehen, holte sich aber - auch dank seines kraftvollen Spiels und eines guten Händchens - im Endspiel gegen Manuel Prohaska (SC Staig) den Titel. Sieger im Doppel wurden Lukas Janocha/Matteo Loss (TSB Schwäbisch Gmünd/FC Schechingen).  

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Helen Tian TTC Bietigheim Bissingen 01Helen Tian vom TTC Bietigheim-Bissingen (Foto) und Philipp Aßfalg vom SC Staig (Foto) dürfen sich  gleich in doppelter Hinsicht württembergische Meister nennen. In der U 12-Konkurrenz beherrschten sie sowohl die Einzel- als auch die Doppelwettbewerbe. Philipp Aßfalg SC Staig 01Helen Tian setzte sich im Endspiel recht deutlich gegen Cristina Krauß (TSV Untergröningen) durch, Philipp Aßfalg hatte sich beim 13:11, 15:13, 9:11 und 12:10 im Einzelfinale gegen Mathis Braunwarth (TSV Langenau) mehr Widerstand zu erwehren.

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Lea Lachenmayer TTC Frickenhausen 01Mit Lea Lachenmayer vom TTC Frickenhausen (Foto) setzte sich die Favoritin bei den U 13-Mädchen durch. Im Einzel behielt sie in vier Sätzen über die an Nummer zwei gesetzte Victoria Merz (TGV Eintracht Abstatt) die Oberhand. Victoria Merz wurde dafür mit dem Titel im Doppel entschädigt, hier drehte sie mit Partnerin Minh-Thu Nguyen (NSU Neckarsulm) den Spieß um und gewann mit 3:2 gegen Lachenmayer/Kraft. Leon Lühne SV Sillenbuch 01Bei den Jungs marschierte Leon Lühne (SV Sillenbuch/Foto) souverän durch das Teilnehmerfeld, der Leonberg-Eltinger Fabian Haid musste dies im Endspiel neidlos anerkennen. Auch im Doppel war der Sillenbucher mit Vereinskamerad Ole Wedekind obenauf.

Miriam Kuhnle TSV Untergröningen 01Die älteren Jahrgänge ermittelten bereits am Samstag ihre diesjährigen Meister. In der U 14-Konkurrenz führte bei den Mädchen kein Weg an Miriam Kuhnle vom TSV Untergröningen (Foto) vorbei. Das Talent aus dem Bezirk Ostalb hatte im Endspiel gegen Mia Hofmann (NSU Neckarsulm) glatt in drei Sätzen die Nase vorn, auch im Doppel mit TSV-Vereinskollegin Lea Elzner hielt sie sich schadlos. Michael Goll SV Nabern 01Nervenstärke bewies bei den Jungs Michael Goll vom SV Nabern (Foto), der sowohl im Halbfinale als auch im Endspiel (gegen den Stuttgarter Timo Brieske) über die volle Fünfsatzdistanz gehen musste. Württembergische Meister im Doppel wurden Marius Gumbrecht/Julius Aichert von der Neckarsulmer Sportunion.

Lisa Klett TSV Betzingen 05Mit Lisa Klett (Foto) und Nadine Kendelbacher standen sich im Endspiel bei den U 15-Mädchen zwei Spielerinnen aus dem Bezirk Alb gegenüber. Nach verlorengegangenem ersten Satz kam Lisa Klett immer besser ins Spiel und gewann mit 10:12, 11:4, 11:8 und 11:5. Gemeinsam an einer Tischseite schafften sie auch den Sprung ins Doppelfinale, wo sie dann jedoch Larissa Ziegler/Annika Netzer (TTF Kißlegg/SV Deuchelried) gratulieren mussten. Michael Engelhardt TTC Bietigheim Bissingen 02Michael Engelhardt vom TTC Bietigheim-Bissingen (Foto) dominierte das Geschehen bei den U 15-Schülern. Er wurde doppelter württembergischer Meister durch einen 3:1-Finalsieg im Einzel über Fabian Altrieth (NSU Neckarsulm) und im Doppel an der Seite von Philip Blazeski (GSV Hemmingen), in dem sie in vier Sätzen gegen Daniel Kern/Jonah Senge (SG Schorndorf/TSV Oberbrüden) gewannen.

Antonia Walkenhorst SSV Schönmünzach 01Mit dem Einzelsieg von Antonia Walkenhorst (SSV Schönmünzach/Foto) bei den U 18-Mädchen hatten wohl die wenigsten gerechnet. In ihrem ersten Jahr bei den Mädchen sorgte die 15-jährige Verbandsliga-Spielerin im Halbfinale für einen Paukenschlag, als sie die Sindelfinger Regionalligaspielerin Hannah Sauter in fünf Sätzen in die Knie zwang. Weniger Probleme hatte Walkenhorst im Finale gegen Materialspielerin Kristin Timmann (3:0). In der Turnierleitung fieberte Mutter Ute Walkenhorst mit – und lag sich am Ende mit ihrer Tochter in den Armen. Walkenhorst’s Betreuer Simon Schmid sorgte im Nachgang für allgemeines Schmunzeln, als man ihn nach dem Rezept zum Halbfinalsieg befragte: „Ich habe ihr gesagt, dass sie die Punkte machen soll. Zum Schluss hatte ich sowieso das Gefühl, dass Antonia das Gegenteil von dem machte, was ich sagte.“ Die 15-jährige sah das ähnlich: „Ich hab gar nicht recht zugehört, weil ich so auf das Spiel fokussiert war.“ Württembergische Meister im Doppel wurden Celine Henseling/Elisabeth Kronich (TTC Bietigheim-Bissingen/TSV Heimsheim), denen auf dem Weg zum Titel allerdings in zwei Runden zuvor nichts geschenkt wurde.    

Marius Henninger TSV Untergröningen 01Hochklassigen Tischtennissport bot der U 18-Wettbewerb bei den Jungen, in dem sich am Ende die beiden Topgesetzten Marius Henninger vom Regionalligisten SpVgg Gröningen-Satteldorf (Foto) und Pekka Pelz vom Oberligisten TTC Bietigheim-Bissingen im Finale begegneten. Während Pelz ohne Satzverlust bis ins Endspiel durchmarschierte, musste sich Henninger vor allem im packenden Halbfinale gegen Tom Duffke (SC Staig) mächtig strecken, das er mit 14:12 im entscheidenden fünften Satz gewann. Ähnlich dramatisch verlief das Finale, in dem der zuletzt angeschlagene Marius Henninger noch einmal alle Kräfte mobilisierte und sich mit einem 11:7, 11:6, 4:11, 3:11 und 12:10 den Titel holte. Zuvor hatte Marius Henninger bereits mit Partner Florian Saljani (TTC Gnadental) im Doppel triumphiert, die beiden gewannen gegen die Bietigheimer Marc Hingar/Pekka Pelz in vier Sätzen.

SR LeitungDass bei der Mammutveranstaltung ein Rädchen ins andere griff, lag nicht nur an der Turnierleitung, sondern auch an den Schiedsrichtern. Martin Reinauer und Lothar Jander agierten als Oberschiedsrichter, Melanie Timke als Einsatzleitern und Lukas Eichhorn zeigte sich für die Schlägertests verantwortlich (Foto). Über vierzig Unparteiische, darunter auch nationale und internationale Schiedsrichter, waren in den KO-Runden an den Tischen aktiv. Lothar Jander: „Insgesamt wurden doch einige Schläger beanstandet, sei es wegen Dämpfen, Unebenheiten oder Rissen.“ So mussten die Youngsters oftmals zu einem Ersatzschläger greifen.Schlägerkontrolle

Großes Engagement legten auch die Gastgeber vom TSV Schnait an den Tag. Die recht kleine Tischtennisabteilung aus dem Bezirk Rems besteht seit nunmehr vierzig Jahren und legt seit vielen Jahren ein großes Augenmerk auf die Jugendarbeit. TSV-Vorstandsmitglied Stefan Schier: „Gute Jugendarbeit ist uns schon lange sehr wichtig. Dass es derzeit nicht so gut aussieht und wir nur noch drei Jugendmannschaften haben, ist damit zu erklären, dass in den letzten Jahren sehr viele Spieler von der Jugend zu den Erwachsenen gewechselt sind und wir diese Lücke im Jugendbereich nicht schließen können. Da müssen wir jetzt wieder neu aufbauen. Auch deshalb wollten wir eine Jugendveranstaltung auf die Beine stellen, zum Beispiel eine Seniorenveranstaltung würde nicht zu uns passen, da könnten die meisten Leute bei uns nichts damit anfangen. Wir hatten uns vor zwei Jahren schon einmal beworben, das klappte dann aber nicht, weil die Halle nicht zur Verfügung stand.volle Halle“ Nunmehr wirkten alle Aktiven beim TSV unterstützend mit und sorgten für das passende Drumherum. Mit Unterstützung einer anliegenden Gaststätte wurde in perfekter Manier für das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste gesorgt. Zudem waren die Ergebnisse des Turniers zeitnah im Internet auf der Vereins-Homepage ersichtlich.

PokaleJürgen Mohr, Ressortleiter Jugendsport im TTVWH, zeigte sich nach den beiden Tagen von Weinstadt hochzufrieden: „Was das Organisatorische angeht, kann man vermutlich nicht mehr allzu viel optimieren. Trotzdem haben wir noch etwas dazugelernt.“ Mohr spielte auf die Auslosung an, die bereits am Vorabend vorgenommen wurde. Zudem wurden am frühen Morgen alle eintreffenden Teilnehmer bereits am Eingang „abgefangen“ und registriert, so dass man pünktlich mit dem Turnier beginnen konnte. Jürgen Mohr: „Auch wenn vielleicht nicht jeder Bezirk mit seinen besten Spielern hier antrat, so stellt dieses Turnier doch eine Aufwertung der alljährlichen Bezirksmeisterschaften dar. Für die meisten der Teilnehmer ist es eine Belohnung, nach dem gewonnenen Bezirksmeistertitel bei diesem hochkarätigen Folgeturnier antreten zu können. Mit dem TSV Schnait haben wir im Vorfeld viel kommuniziert, außerdem eine Vorortbesichtigung gemacht. Der Verein hatte während der zwei Turniertage alles super im Griff.“

Text: Thomas Holzapfel

Fotos: Volker Arnold

Ergebnisse TTVWH-Jahrgangseinzelmeisterschaften der Jugend 2017

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