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Andreas Kopp kleinEin richtig großes Highlight erlebten fünf TTVWH-Schiedsrichter am 5. Januar beim Liebherr Pokal-Final Four der Herren, gleich zu Beginn des neuen Jahres, in Neu-Ulm. Dabei hatten die Referees des Tischtennisverbandes Württemberg–Hohenzollern für dieses Mal zur Abwechslung fast schon ein Heimspiel, denn der bayrische Landkreis Neu-Ulm (Regierungsbezirk Schwaben), gehört noch zum Verbandsgebiet des TTVWH.

Wirklich sehr gerne nahmen die TTVWH-Schiedsrichter Werner Nüssle (OSR), Andreas Kopp (Materialtest/Foto unten links: 2. von links), Björn Thiele (Foto rechts), Melanie Timke und Heiko Kaiser die Fahrt zum Pokal-Final Four auf sich. SBjörn Thiele kleinchließlich ist diese Veranstaltung nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Schiedsrichter einer der großen Höhepunkte im Jahreslauf. Zudem waren mit Dr. Tobias Wille und Johannes Kühhorn noch zwei junge unparteiische vom Bayrischen Tischtennis-Verband mit an Bord.

Für alle galt die Devise sehr früh aufstehen und beizeiten starten, damit auch bei diesen sehr winterlichen und überaus schlechten Straßenbedingungen wirkliche alle rechtzeitig in der Ratiopharm-Arena eintreffen, um alles genau zu überprüfen und für optimale Spielbedingungen zu sorgen. Auch wenn der eine oder andere direkt nach der Ankunft gerne erst einmal einen Kaffee getrunken hätte. Die gewissenhafte Vorbereitung auf das Final Four hatte eindeutig Vorrang. Es galt, die Rahmenbedingungen in der Halle, die Boxengrößen, die Tische und Netze sowie viele weitere Dinge genau zu überprüfen und vorzubereiten. Später, als die Zuschauer dann ab 9.30 Uhr in die Halle strömten, waren diese Arbeiten schon so gut wie abgeschlossen. Nun war auch endlich Zeit, um noch ein wenig zu entspannen, genüsslich einen Kaffee zu trinken, etwas in die gespannte Vorfreude der Zuschauer einzutauchen und sich mental auf das stramme Programm vorzubereiten.

Andreas Kopp kleinObwohl allesamt gestandene Referees, machten sich jedoch beim einen oder anderen, je näher der Beginn heranrückte, Lampenfieber, Nervosität und vereinzelt feuchte Hände bemerkbar. „Auch für uns Schiedsrichter ist es nicht alltäglich, in einer mit 4.020 Zuschauer ausverkauften Halle zu schiedsen. Das macht natürlich auch bei einem „alten Hasen“ wie mir schon richtig Eindruck“, befand Björn Thiele (Foto), der bei nur fünf Kilometer Entfernung zur Halle an diesem Tag auch mit den Langlauf-Skiern hätte kommen können, das Auto aber aufgrund des starken Schneefalls dann doch lieber vorzog.  „Allerdings“, führte er weiter aus, „spornt mich dies eher an, als dass ich da groß Lampenfieber habe. Richtig beeindruckend ist es aber auf jeden Fall. Dazu kommt ja dann noch, dass man da mitten drinsitzt, direkt am Tisch. Besser geht es ja schließlich nicht“. Da will man dann auch alles richtig machen. Einmal allerdings lag er dann doch falsch, als in der Begegnung Woojin Jang – Bastian Steger mitten in einem Ballwechsel der Ball zu Bruch ging. „Eigentlich gibt es da laut dem Regelwerk dann Wiederholung", erklärte er und führte weiter aus: “Hier jedoch sprach Steger den Punkt seinem Gegner zu, da er den Ball mit der Schlägerkannte getroffen hatte und es damit für ihn keine Chance gab, irgendwie den Tisch zu treffen.“  Melanie Timke 2 kleinMelanie Timke (Foto rechts), TTVWH-Schiedsrichter-Ausbilderin, hatte da aber eine etwas andere Sicht auf die Dinge. „Vorher bin ich immer etwas nervös“, gab sie offen zu. „Vor so einer grandiosen Kulisse besonders. Das legt sich dann aber in aller Regel, wenn das Spiel losgeht. Dann bin ich vollkommen konzentriert. Allerdings ist es ja doch eher selten, dass wir vor derart vielen Zuschauern unseren Job erledigen. Das ist schon die Ausnahme." Dass sie sich dann im Finale, in der Partie Gauzy - Tsuboi, gleich zweimal verzählt, hat sie dann aber schon etwas geärgert. „Das war gar nicht optimal, allerdings waren es beides Mal zwei hauchdünne Kantenbälle. Zudem haben mich die Spieler sofort darauf aufmerksam gemacht. Solche Dinge geschehen und komplett ausschließen kann man das sowieso nicht, da heißt es durchatmen, einen kühlen Kopf bewahren, ruhig bleiben und es das nächste Mal wieder besser machen." Heiko Kaiser kleinHeiko Kaiser (Foto links) dagegen war das letzte Jahr auch schon hier im Einsatz. „Es ist jedes Mal wieder aufs Neue eine große Herausforderung, richtiger Nervenkitzel hier vor einer derart großen Zuschauerkulisse dabei zu sein. Hinzu kommt speziell beim Pokalfinale dann noch diese so echt phantastische Stimmung, die manchmal auch zu richtiger Gänsehaut führt." Das, so findet er, “ist jedes Mal aufs Neue ein wirklich absolut einmaliges Erlebnis. Dafür nimmt man wirklich vieles in Kauf“. Werner Nüssle, als richtig erfahrener Oberschiedsrichter, hatte von Beginn an alles vollkommen im Griff. Da er bei allen sowieso als ruhiger und wohlüberlegter Turnierleiter gilt, brachten ihn auch die anfänglichen Probleme mit den Timeout-Anzeigen nicht aus dem Tritt. Ab dem Finale lief dann sowieso alles perfekt. Sehr zufrieden war auch Andreas Kopp, der für den Schlägertest zuständig war. "Wir hatten alles gut im Griff und können von keinen ungewöhnlichen Vorkommnissen berichten“, lautete sein Fazit und führte weiter aus: „Es ist für mich immer ein sehr guter Tag, wenn keine Auffälligkeiten, Vorfälle oder unzulässigen Beläge zu beanstanden sind."

Kurz vor 17 Uhr stand dann Ochsenhausen als neuer Pokalsieger fest. Damit war es den Schiedsrichtern möglich, sich schon kurz nach der Siegerehrung auf den Heimweg zu machen. Zwar musste noch der Schnee von den Autos, doch das und die Heimfahrt auf regennasser Straße war, wie diese erleichtert feststellten, deutlich einfacher als die Hinfahrt. Schließlich sind dann alle, zwar etwas erschöpft, aber wieder gut und glücklich zu Hause angekommen. Und wie sagte schon Sepp Herberger? Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Viele weitere Schiedsrichtereinsätze werden dieses Jahr sicherlich noch folgen. Einige stehen schon fest und manche andere sind noch in der Schwebe. Zudem findet Anfang Januar 2020 ja auch wieder das Final Four der Herren in Neu-Ulm statt.

Bericht: Hans-Peter Wörz

Fotos: Reinhard Arras

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